Johann Martin und Hermann Martin Asmuss

Martin Asmuss- Das Christkind

Johann Martin, geboren in Lübeck am 29. November 1784 wurde Kaufmännischer Angestellter in Lübeck. 1801-1805 nahm er eine Anstellung in einem Handelshof in Riga an. 1805-1807 zog er sich auf´s Land zurück, um sich für das Studium der Pädagogik vorzubereiten. 1807 schrieb er sich als Student der Philosophie in Dorpat ein. 1809 unternahm er eine Studienfahrt, die ihn auch zu Pestalozzi führte. Seine Ansichten inspirierten ihn. Er gründete, gerade in Dorpat wieder angekommen, 1810 eine Privatlehranstalt, deren Leitung er übernahm. Mit seinem Studienabschluss in der Tasche nahm er 1811 bis 1814 das Amt des wissenschaftlichen Lehrers an der Töchterschule an. Er fand Zeit, noch nebenbei als Mitlehrer an er Kreisschule zu lehren. Als wissenschaftlicher Lehrer führte er diese Aufgabe fort.

1817 -1827 berief ihn das Dorpater Landgericht zum Liquiditations-Kommissär. Im neugegründeten Elementarschullehrer-Seminar ging er 1823 für einen Monat als Inspekteur und Hauptlehrer. 1827-1828 zog es ihn wiederum als wissenschaftlicher Lehrer an die Töchterschule. Das Amt des stellvertretender etatmäß. Buchhalters an der Univ.-Rentei übernahm er 1828-1835 und 1835 -1844 diese Tätigkeit als Koll.-Ass.

Der Schriftsteller Karl Petersen war sein Freund. Beide verband die Liebe zur Schriftstellerei. Johann Martin Asmuss schrieb viele Gedichte und Aufsätze. Darunter 1831 „Das Russische Rechenbrett, „Der Livländische Hausfreund für Stadt und Land. 1814 beteiligte er sich am Burschenliederbuch, das von Dionysiaca herausgegeben wurde. 1816-1820 „Neujahrsangebinde für Damen“. Im Dörptschen Kalender (1829ff) gab er mit C.v.der Borg und H. Schmalz 1836-1837 den „Der Refractor“ heraus, ein Zentralblatt deutschen Lebens in Russland. Darauf folgte „Nur für Augenblicke“ und „Für Herren und Damen“ 1842 ( BBLd-Baltisches Biographisches Lexikon digital – http://www.bbl-digital.de/eintrag/Asmuss-Johann…)

Verheiratet war er mit Christine Luise Luhde. Er starb in Dorpat am 22.06.1844.

Hermann Heinrich

Ihr gemeinsamer Sohn Hermann Martin Asmuss wurde in Dorpat am 12. Mai 1812 geboren. Als angesehener Zoologe, als ordentlicher Professor für Zoologie wurde er bekannt. Von 1826-1830 besuchte er das Gymnasium in Dorpat und studierte das Fach der Naturwissenschaften von 1830-1834. Gleich nach dem Studium heiratete er am 14. Oktober 1834 Maria Lohmann in Dorpat. 1835 erlangte er den Abschluss als Dr. phil. der Universität Königsberg. In Dorpat wurde er 1836-1839 Privatdozent. Als etamäßiger Privatdozent der Dorpater Universität wurde Hermann Asmuss am 3. Mai. 1843 zum Hofrat ernannt (Rigasche Zeitung Nr. 60 vom 22.05.1843). Von 1839 bis 1857 bekleidete er das Amt des Dozenten und Direktors des Zool. Kabinetts.

Am 19. Dezember 1857 verteidigte Hermann Asmuss vor den zahlreich erschienen Besuchern in der Aula der Universität Dorpat seine Dissertation „Das vollkommenste Hautskelett des bisher bekannten Tierreichs. An fossilen Fischen des alten roten Sandsteins aufgefunden und in ihren Resten erläutert (Dorp.1856. 39 S.8 und 10 Theses)“ gegen die ordentlichen Professoren von Schmidt, Bunge und Reißer sowie gegen die außerordentlichen Professoren von Helmling, Strümpell und Otto sowie Aler. von Sehrenk. Er erlangte die Würde des Magisters der Zoologie (Rigasche Stadtblätter Nr.2 vom 10.01.1857). 1857 -1858 bekleidete er das Amt des stellvertretenden und ab 1858 -1859 des ordentlichen Professor der Zoologie und des Studienrats.

Als er am 6. Dezember 1859 mit 48 Jahren an einem Schlaganfall starb, war das ein großer Verlust für die Universität Dorpat. Denn einer ihrer bewährtesten Glieder der Philosophischen Fakultät, „der Staatsrat Dr. Hermann Asmuss starb mitten in der Fülle seines Wirkens“, so steht es im Nachruf in den Rigaschen Stadtblättern (Nr. 51 vom 17.12.1859). Die Rede zum Tode von Professor Hermann Asmuss, die Professor Dr. Alexander Bunge in der Aula zu Dorpat am 13. Dezember 1859 am Sarg hielt, fand Berücksichtigung im Sonderabdruck der Zeitschrift „Zum Inland“. Seine Zeitgenossen beschrieben Hermann Asmuss als gewissenhaften und scharfsinnigen Beobachter und Forscher sowie als guter Organisator und akademischer Lehrer.